Anlässlich des 60-jährigen Schuljubiläums des Gymei entwickelte der Journalismus-Kurs der Jahrgänge 9 und 10 die Ausstellung „Zwischen den Zeilen“ mit dem Fokus Echo im Kunstraum 4 – auch als Versuch, Texten eine Bühne zu geben, die sonst oft ungelesen bleiben. Der Kurs zeigte, wie Schreiben wirkt, wenn man es sichtbar macht. Was bleibt und was kommt zurück?
Zwischen den Zeilen begann dort, wo Worte nicht mehr reichten und Gedanken plötzlich im Raum hingen. Die von der Decke schwebenden Sätze zogen die Blicke immer wieder nach oben, als würden sie ihre Bedeutung nicht vollständig preisgeben, obwohl sie direkt vor einem zu lesen waren. Der Raum wirkte ruhig, doch genau darin lag etwas – etwas zwischen Ordnung und Chaos. Etwas, das zum Nachdenken zwang. Dieses Etwas war da – schwer zu fassen, aber von Text zu Text spürbar.
Manche der ausgestellten Sätze, mit Acrylfarbe groß auf lange Tapetenbahnen geschrieben, ließen sich auf vielfältige Weise verstehen. Als hätten sie Lücken gelassen, die man gemeinsam füllen musste. Gerade das machte die Ausstellung so eindrucksvoll.
Zwischen vereinzeltem Flüstern bewegten sich die Besucher langsam durch den Raum, blieben stehen, lasen und schrieben schließlich eigene Sätze auf Post-its.
„Schreiben ist Luxus – sehr tiefgründig und lässt einen nachdenken. So kann Journalismus auch Kunst sein.“
Oder: „Der Weg führt durch Worte.“
Die Ausstellung wurde nicht nur gezeigt – sie wurde weitergeschrieben. Auf Post-its hinterließen Besucher ihre eigenen Sätze.
Keine Lautstärke, keine Hektik, keine Aufdringlichkeit. Ruhe – präsent.
So blieb am Ende kein Abschluss, sondern ein offener Gedanke. Vielleicht lag genau darin die Stärke dieser Ausstellung, dass sie nicht erklärte, sondern Raum ließ.
Raum für das, was zwischen den Zeilen blieb.





Auf Basis von Texten aus dem Wahlkurs „Journalismus & Kreatives Schreiben“
(Jg. 9/10): Dafina Kahili, Nathalie Fricke, Toni Koch, Valeriia Samostrol, Anna Lepper